Kartenzahlung: alle wichtige Info zu Einsatz u. Kosten von Kartenzahlung

Kartenzahlung: Die Zahlung „mit Karte“ verdrängt zunehmend die Barzahlung

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Kartenzahlung

Kartenzahlung erfreut sich bei den Kunden kontinuierlich steigender Beliebtheit: 2019 überstiegen in Deutschland die Zahlungen mit Karte am POS erstmals die Barzahlungen. POS steht für Point of Sale, dieser Fachbegriff beschreibt Händler und Dienstleister, bei denen Kunden eine Ware oder Dienstleistung (wie z.B. beim Friseur) vor Ort bezahlen.

Die EC-Kartenzahlung* am POS ist mittlerweile also eher die Regel als die Ausnahme. Immer mehr Kunden erwarten deshalb ganz selbstverständlich, dass sie Waren oder Dienstleistungen beim Händler vor Ort schnell und unkompliziert mit Karte bezahlen können. Allein deshalb sollte Kunden am POS die Kartenzahlung als Service angeboten werden, um „bargeldlose“ Kunden zu halten oder neu zu gewinnen.

Allerdings besteht bei vielen stationären Händlern und Dienstleistern Unsicherheit bezüglich der Kosten, der nötigen Verträge oder auch der technischen Voraussetzungen, um Kunden die die Zahlung mit Karte zu ermöglichen. Und manchem ist darüber hinaus einfach nicht bekannt, wo ein EC-Gerät* bzw. ein Kartenterminal überhaupt zu beziehen ist.

PAYONE erklärt deshalb die wichtigsten Grundlagen rund um die Kartenzahlung am POS:

ALLE INFORMATIONEN ZUR KARTENZAHLUNG ZUR KARTENZAHLUNG AM POS

Wie die Kartenzahlung am POS genau funktioniert, was dabei vor allem für die Händler und Dienstleister zu beachten ist und welche Kosten dabei anfallen, erläutert dieser Artikel.

  1. Was genau ist „Kartenzahlung am POS“?
  2. Mit welchen Karten ist die Kartenzahlung möglich?
  3. Grundlagen der Kartenzahlung
  4. Handhabung der verschiedenen Kartentypen
  5. Welche technischen Voraussetzungen sind erforderlich?
  6. Welche Kosten und Gebühren fallen bei Kartenzahlung an?

1. Was genau ist „Kartenzahlung am POS“?

Grundsätzlich kann der Kunde am POS bar oder „unbar“ – also bargeldlos – bezahlen. Am POS bargeldlos zahlen ist mit Karte, Smartphone oder seit Neuestem z.B. auch per PAYONE Paylink möglich. Bargeldlos zahlen bedeutet entsprechend nicht unbedingt Kartenzahlung. Kartenzahlungen über das POS-Kartenterminal (EC-Gerät*) ist derzeit aber noch die am häufigsten genutzte Variante des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.

2. Mit welchen Karten ist die Kartenzahlung möglich?

„Karte“ bedeutet grundsätzlich erst einmal girocard, Debitkarte, Kreditkarte oder GeldKarte.  Allgemein beschreibt der Begriff „Karte“ also eine Plastikkarte im sogenannten Scheckkartenformat. Unter den Begriff der Kartenzahlung fällt aber auch das Mobile Payment, da bei den entsprechenden Apps auf dem Smartphone ebenfalls eine Karte – meist eine Kreditkarte – hinterlegt ist.

3. Grundlagen der Kartenzahlung

Die Zahlung mit Karte oder Bezahl-App kann nur unter Berücksichtigung bestimmter Grenzen und Rahmenbedingungen, die dem Schutz der Kunden, der Händler und der Kartenherausgeber dienen, erfolgen.

KARTENLIMITS

Für jede Karte werden seitens des Kartenausgebers obere Grenzen (Limits) festgelegt, welche die verfügbaren Beträge pro Tag bzw. Woche begrenzen. Diese oberen Limits sind eingerichtet, um bei Verlust der Karte den möglichen Schaden für den Karteninhaber und den Kartenausgeber zu beschränken.

AUTORISIERUNGSPFLICHT DER KARTENZAHLUNG AB EINEM BESTIMMTEN BETRAG

Kartenzahlungen müssen ab einem bestimmten Betrag seitens des Kunden freigegeben (autorisiert) werden. Die Autorisation erfolgt durch den Kunden mittels PIN-Eingabe oder per Unterschrift. Händler sind verpflichtet, bei Autorisation durch Unterschrift die Identität des Karteninhabers zu überprüfen (z.B. durch Vorlage des Personalausweises). Die Autorisation durch den Kunden stellt sicher, dass der Kunde im Verlustfall (auch bei Diebstahl) höchstens einen begrenzten finanziellen Schaden hinnehmen muss.

Ab welchen Betrag die Autorisation erforderlich ist, wird vom Kartenausgeber (Kunden-Bank oder Kreditkartenunternehmen) festgelegt. Bis zu diesem festgelegten Betrag (meist sind das EUR 50,--) erfolgt die Kartenzahlung ohne Autorisation, d.h., der Kunde muss weder die PIN eingeben noch eine Unterschrift leisten.

Generell von der Autorisation ausgenommen ist nur die GeldKarte, da die GeldKarte mit maximal EUR 200 aufgeladen werden kann und der maximal mögliche Schaden im Verlustfall deshalb vergleichsweise begrenzt ist.

SPERR-NOTRUF 116 116

Meldet der Karteninhaber einen Karten-Verlust schnell über den „Sperr-Notruf“ (Tel.: +49 116 116), kann er jeden finanziellen Schaden abwenden, da die Karte sofort gesperrt wird.

BONITÄTSPRÜFUNG UND ZAHLUNGSSICHERHEIT

Die Autorisation einer Kartenzahlung schließt eine Bonitätsprüfung nicht automatisch ein. Die Bonität wird nur dann geprüft, wenn der Kunde zur Eingabe der PIN aufgefordert wird. In Fall der PIN-Abfrage hat der Händler oder Dienstleister also Zahlungssicherheit. Leistet der Kunde zur Freigabe eine Unterschrift, erfolgt die Bonitätsprüfung nicht (mehr dazu im folgenden Abschnitt).

4. Handhabung der verschiedenen Kartentypen

Je nachdem, ob es sich um eine Girocard, eine ausländische Debitkarte, eine Kreditkarte oder eine im Smartphone hinterlegte Karte handelt, erfolgt die Kartenzahlung auf zwei Arten:

  • Einstecken ins Kartenlesegerät
  • kontaktlos per Annähern an das Kartenlesegerät, auch „Swipe“ genannt (nur möglich, wenn das Kartenlesegerät und die Karte/das Smartphone mit der „Near Field Communication“ – Technik ausgestattet sind)

GIROCARD / DEBITKARTE

Girokarte, Maestro- und V Pay-Karte sind sogenannte Debitkarten; die dazugehörigen Zahlungssysteme sind entsprechend Debitzahlungssysteme. Zur girocard ist anzumerken, dass umgangssprachlich mehrere Bezeichnungen üblich sind: Girocard/Debitkarte (im Sprachgebrauch auch als EC-Karte bekannt) ist dabei die am häufigsten gebrauchte. Genau genommen ist aber nur die Bezeichnung girocard korrekt. Die girocard ist eine deutsche Karte, die im deutschen girocard-Verfahren für Kartenzahlungen einsetzbar ist. Maestro und z.B. V Pay sind internationale, mit dem girocard-Verfahren vergleichbare Kartenzahlungs-Systeme. Deutsche girokarten sind im Regelfall zusätzlich mit der Maestro- oder der V Pay-Funktionalität ausgestattet, sodass deutsche Kunden mit ihrer girokarte auch im Ausland bezahlen können. Umgekehrt sind in Deutschland installierte Kartenterminals ebenfalls ans Maestro- und/oder V Pay-System angeschlossen, sodass ausländische Kunden in Deutschland per Kartenzahlung bezahlen können. Das ist z.B. für Händler relevant, die viel internationale Kundschaft haben. 

Kartenzahlung mit girocard und anderen Debitkarten ist mit PIN-Eingabe und Unterschrift möglich. Bei vorhandener NFC-Technologie auf EC-Gerät* und Karte (heute eigentlich Standard) auch kontaktlos.

  • Kartenzahlung mit PIN-Eingabe
    Der Kunde führt die Karte entweder ins EC-Gerät* ein oder hält sie sehr nahe ans Terminal. Das EC-Gerät* fordert den Kunden dann zur PIN-Eingabe auf. Die Bonität des Kunden wird direkt geprüft und falls das Konto gedeckt ist, wird der Zahlungsbetrag dem Kundenkonto direkt belastet. Für den Händler besteht also Zahlungssicherheit, d.h. die Zahlung ist für den Händler garantiert.
  • Kartenzahlung mit Unterschrift
    Wieder wird die Karte entweder eingeführt oder nahe ans EC-Terminal* gehalten. Der Kunde wird vom EC-Gerät* nun zur Unterschrift aufgefordert. Die Unterschrift garantiert keine Kontodeckung, sondern dient nur der Identitätsprüfung durch den Händler (Unterschriftenabgleich um zu prüfen, ob die Karte auch wirklich dem Kunden gehört). Mit der Unterschrift willigt der Kunde in das Elektronische Lastschriftverfahren (ELV) ein. Ist das Konto nicht gedeckt, kann die Bank die Forderung des Händlers nicht erfüllen. Entsprechend hat der Händler bei Kartenzahlung mit Unterschrift keine Zahlungssicherheit. Dafür ist die Kartenzahlung per ELV für den Händler mit geringeren Gebühren verbunden (mehr dazu beim Abschnitt „Kosten der Kartenzahlung“). Kartenzahlung mit Unterschrift ist aufgrund der fehlenden Zahlungssicherheit rückläufig, da Händler die Zahlungssicherheit durch PIN-Eingabe bevorzugen.

KREDITKARTE

Die bekanntesten Kreditkarten sind die Mastercard, die Visacard, American Express und die Diners Card etc. Master- und Visacard sind dabei in Deutschland sowie auch international am weitesten verbreitet. Wie bei der girocard/ Debitkarte kann die Zahlung per PIN oder per Unterschrift seitens des Kunden autorisiert werden. Bezüglich der Bonitätsprüfung und Zahlungssicherheit gelten die gleichen Regeln wie bei girocard und anderen Debitkarten.

GELDKARTE

Die Geldkarte ist eine „elektronische Geldbörse“, bei der per Vorauszahlung („Aufladung“) ein Guthaben auf den Chip der girocard gebucht werden kann. Bei der Kartenzahlung wird der Zahlbetrag dann von diesem Guthaben abgebucht. Ist nicht genügend Guthaben auf der Geldkarte vorhanden, ist keine Zahlung möglich. Für den Händler besteht also Zahlungssicherheit.

MOBILE PAYMENT MIT DEM SMARTPHONE

Beim Mobile Payment kann das Smartphone natürlich nicht in das Kartenterminal eingeführt werden. Die Kartenzahlung ist nur kontaktlos möglich. Ist der zu zahlende Betrag höher als die festgelegte Grenze, ab der die Autorisation erforderlich ist, fragt das Kartenlesegerät nach der PIN. Zahlungssicherheit ist für den Händler bei Kartenzahlung per Mobile Payment also auf jeden Fall gegeben.

5. Welche technischen Voraussetzungen sind erforderlich?

Die Einrichtung eines EC-Geräts* ist bei Zahlungsdienstleistern wie PAYONE an keine besonderen technischen Voraussetzungen gebunden. Die Kommunikation des EC-Gerätes* mit dem Zahlungssystem von PAYONE erfolgt ganz einfach über einen Internetanschluss. Ist dieser nicht vorhanden, sind EC-Geräte* mit einer eigenen SIM-Karte verfügbar. Diese dann auch mobil einsetzbaren EC-Geräte kommunizieren für die Kartenzahlung über eine sichere, eigene und mobile Internetanbindung.

6. Welche Kosten und Gebühren fallen bei Kartenzahlung an?

Kosten die anfallen, trägt immer der Händler, nicht der Kunde. Wie hoch diese Kosten sind, ist nicht allgemeingültig auszusagen. Denn Zahlungsdienstleister wie PAYONE bieten viele verschiedene Verträge an, die sich bei fixen und laufenden Kosten unterscheiden. Je nachdem, was am besten zur jeweiligen Situation am POS passt.

*Das "EC" in allen genannten Begriffen (auch im in diesem Artikel verwendeten "EC-Gerät") steht für "Electronic Cash", dem deutschen Debit-Zahlungssystem, das seit 2007 "girocard" heißt.