E-Commerce
21.05.2026
Lesezeit 5 min.

Was ist ein Zahlungsanbieter und welche Aufgaben übernimmt er?

Ein Zahlungsanbieter unterstützt Händler dabei, Zahlungen sicher, effizient und kundenfreundlich abzuwickeln. Als Dienstleister verbindet er alle am Bezahlprozess beteiligten Parteien – darunter Händler, Kunden, Banken und Kartenorganisationen. Ziel ist ein reibungsloser und schneller Zahlungsvorgang.

Die Wahl des passenden Zahlungsdienstleisters hängt vor allem von diesen Kriterien ab:

  • Geschäftsmodell und Zielgruppe

  • Vertriebskanal: Online-Shop, POS oder Omnichannel

  • Transaktionsvolumen und durchschnittlicher Warenkorb

  • gewünschte Zahlungsmethoden

  • Sicherheitsanforderungen

  • Integration und Skalierbarkeit

"Händler sollten neben einzelnen Gebühren auch auf Zahlungsarten, Integration und Risikoabsicherung achten sowie die Frage klären, ob die Payment-Lösung mitwachsen kann."

PAYONE Expertenteam

Was ist ein Zahlungsanbieter?

Zahlungsanbieter fungieren als Schnittstelle zwischen Unternehmen bzw. Online-Shops und den Banken der Kunden. Sie ermöglichen bargeldlose Zahlungen technisch und organisatorisch und machen den Zahlungsprozess sicherer sowie effizienter

Am Point of Sale (POS) ermöglichen sie den Bezahlvorgang über ein Kartenlesegerät, ein Kassensystem oder Smartphone-Apps. Online laufen Zahlungen über ein Zahlungs-Gateway, also eine Software-Komponente, die den Shop an den Zahlungsanbieter anbindet.

Zahlungsanbieter, Zahlungsdienstleister und Payment Service Provider

Die Begriffe Zahlungsanbieter, Zahlungsdienstleister, Payment Provider und Payment Service Provider (PSP) werden oft synonym verwendet. Gemeint ist immer ein Dienstleistungsunternehmen wie PAYONE, das als Schnittstelle zwischen Händlern und Zahlungsinfrastruktur fungiert und bargeldlose Zahlungsprozesse möglich und praktikabel macht.

Warum brauchen Unternehmen, Start-ups und Online-Shops Zahlungsanbieter?

Zahlungsanbieter sind für Händler unverzichtbar, weil Kunden eine breite Auswahl an Bezahlmethoden erwarten.

Wenn eine größere Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten fehlt, steigt laut Uptain-Report das Risiko für Kaufabbrüche beim Online-Shopping. Kunden sind eher bereit, einen Kauf abzuschließen, wenn ihre bevorzugte Zahlungsmethode verfügbar ist. So belegt eine IPSOS-Studie, dass die Kaufbereitschaft um 54 % steigt, wenn PayPal als Bezahlmethode angeboten wird.

Payment Service Provider sorgen dafür, dass Online-Händler viele bargeldlose Zahlungsmethoden oder Online-Bezahldienste wie PayPal anbieten können – was die Flexibilität erhöht und potenziell zu höheren Umsätzen führt. Bei reibungslosen Online-Zahlungen profitieren Shops von weiteren Vorteilen wie der hohen Kundenbeliebtheit, einer schnellen Kaufabwicklung und hohen Konversionsraten.

Durch die sofortige Zahlungsbestätigung wird zudem ein schnellerer Versand der Ware ermöglicht. Ein wichtiger Punkt, da 57 % der Kunden die Zustellung ihrer Online-Bestellungen laut Packlink innerhalb von zwei Tagen erwarten.

Besserer Kundenservice und weniger Arbeitsaufwand

Am POS sind Kunden bereits vor Ort, erwarten aber gängige Kartenzahlungen, kontaktloses Bezahlen und häufig auch Mobile Payment. Zahlungsanbieter sorgen dafür, dass Kartenlesegerät, Akzeptanzvertrag, Kasse und Abrechnung zusammenspielen.

Zahlungsdienstleister reduzieren zudem den Arbeitsaufwand. Statt jede Zahlungsmethode einzeln technisch und vertraglich anzubinden, können Händler mehrere Verfahren über eine Plattform steuern: Zahlungsbestätigung, Reporting, Rückerstattungen, Risikoprüfung, Zahlungszuordnung und je nach Lösung auch Kontenabgleich.

Nahtlose POS-Zahlungen: Alle Verfahren über eine Plattform bündeln, Prozesse erleichtern und Kundenerlebnis verbessern.

Welche Zahlungsmethoden sollte ein Payment-Anbieter abdecken?

Ein guter Zahlungsanbieter sollte die Bezahlmethoden abdecken, die zur Zielgruppe passen.

Kanal
Wichtige Zahlungsarten und Anforderungen
Kanal

Online-Shop

Wichtige Zahlungsarten und Anforderungen

PayPal, Kauf auf Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte, Debitkarten, Digital Wallets, lokale Zahlarten

Kanal

POS / stationärer Handel

Wichtige Zahlungsarten und Anforderungen

girocard, Debitkarten, Kreditkarten, kontaktloses Bezahlen, Apple Pay, Google Pay, Tap on Mobile

Kanal

Omnichannel

Wichtige Zahlungsarten und Anforderungen

einheitliche Zahlungsabwicklung für Online-Shop, Kasse, Terminal, mobile Zahlung und Reporting

Für Online-Händler ist ein Zahlungsarten-Mix entscheidend

Für Online-Shops in Deutschland bleiben PayPal, Kauf auf Rechnung, SEPA-Lastschrift, Kreditkarten, internationale Debitkarten und Wallets besonders relevant.

Im Online-Handel lag PayPal 2025 laut EHI-Studie mit 28,7 % Umsatzanteil vorn, gefolgt vom Kauf auf Rechnung mit 26,1 % und Lastschrift mit 14,4 %. Kredit- und Debitkarten kamen auf 13,7 % – Apple Pay wurde erstmals separat mit 1,3 % ausgewiesen.

Wallets wie Apple Pay und Google Pay werden immer beliebter

Digitale Wallets wie Apple Pay und Google Pay gewinnen zunehmend an Bedeutung. Um Wallets zu nutzen, hinterlegen Kunden ihre Bankdaten im digitalen Geldbeutel, die Bezahlung erfolgt mit einem Klick oder per biometrischer Freigabe.

Wie wählen Unternehmen den passenden Zahlungsanbieter aus?

Diese Check-Liste hilft beim Vergleich:

Auswahlkriterium
Leitfrage
Auswahlkriterium

Zielgruppe

Leitfrage

Welche Zahlarten erwartet die Kundschaft?

Auswahlkriterium

Geschäftsmodell

Leitfrage

Online, POS, mobil oder Omnichannel?

Auswahlkriterium

Transaktionsvolumen

Leitfrage

Wenige hohe oder viele kleine Zahlungen?

Auswahlkriterium

Risiko

Leitfrage

Wie relevant sind Rückbuchungen und Zahlungsausfälle?

Auswahlkriterium

Integration

Leitfrage

Gibt es Plugins, API oder Kassensystem-Anbindung?

Auswahlkriterium

Wachstum

Leitfrage

Kann die Lösung mit neuen Kanälen und Märkten skalieren?

Unser PAYONE-Experte sagt: "Warenkorb, Vertriebskanal, Risikoprofil und Internationalisierung bestimmen, welche Lösung passt. Auch die Bedürfnisse der Zielgruppe sind wichtig, um Kaufabbrüche zu minimieren und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen."

Was zeichnet PAYONE als Zahlungsanbieter aus?

Als führender Payment-Anbieter in Deutschland und Österreich bietet PAYONE All-in-One-Bezahllösungen und Tarife, die auf verschiedene Business-Modelle und Branchen zugeschnitten sind. Ob Start-up oder Großkunde: PAYONE ist besonders für Händler interessant, die eine breitere Payment-Lösung für Online-Shop, stationären Handel oder Omnichannel suchen.

Für Online-Shops gibt es bei PAYONE E-Commerce-Lösungen für Einsteiger oder Online-Spezialisten mit Payment-Plugin, Zahlungs-Gateway und Anbindung an digitale Vertriebskanäle.

Am POS bietet PAYONE digitale Kassensysteme und Kartenlesegeräte mit verschiedenen Tarifen im Komplettpaket mit Akzeptanzvertrag. Mit Tap on Mobile können Händler direkt mit dem Smartphone kassieren.

Ein großer Vorteil: Online-Payment, Kartenzahlungen vor Ort, Kassensysteme, Reporting und Skalierung lassen sich mit PAYONE zentral miteinander verknüpfen. Für Händler, die stationär starten und später online verkaufen – oder umgekehrt – sind automatisierte Reporting-Optionen sowie Payment-Lösungen, die mitwachsen können, besonders relevant.

Welche Kosten entstehen bei Zahlungsanbietern?

Die Kosten eines Zahlungsanbieters setzen sich meist aus Einrichtungskosten, monatlichen Gebühren, Transaktionsgebühren und variablen Entgelten zusammen.

Einige Anbieter verzichten auf einmalige Einrichtungskosten oder eine monatliche Grundgebühr, berechnen dafür aber höhere Gebühren pro Zahlung oder erheben Transaktionsgebühren, die je nach Umsatz variieren können. Andere arbeiten mit Fixkosten und niedrigeren variablen Kosten.

Entscheidend ist vor allem eine transparente Kostenstruktur des Payment-Anbieters.

Typische Kostenbestandteile sind:

Kostenart
Bedeutung
Kostenart

Einrichtungsgebühr

Bedeutung

einmalige Kosten für Setup oder Aktivierung

Kostenart

Monatliche Grundgebühr

Bedeutung

laufende Kosten für Plattform, Vertrag oder Service

Kostenart

Transaktionsgebühr

Bedeutung

fixer Betrag pro Zahlung

Kostenart

Disagio

Bedeutung

prozentualer Anteil am Zahlungsbetrag

Kostenart

Zusatzkosten

Bedeutung

etwa für Rückbuchungen, Risikomanagement oder Spezialfunktionen

Wie sicher muss ein Zahlungsanbieter sein?

Sicherheit ist ein zentrales Auswahlkriterium. Zahlungsanbieter verarbeiten sensible Zahlungsdaten und müssen sicherstellen, dass Transaktionen geschützt, verschlüsselt und regelkonform abgewickelt werden.

Für Kartenzahlungen ist PCI DSS entscheidend: Der PCI Security Standards Council beschreibt PCI DSS als technischen und operativen Sicherheitsstandard zum Schutz von Zahlungskontodaten. Er richtet sich an Organisationen, die Karteninhaberdaten speichern, verarbeiten oder übertragen.

Die Frage nach der Zahlungssicherheit betrifft alle Kanäle: Im Online-Shop müssen Checkout-Prozess, Zahlungs-Gateway und Kundendaten geschützt werden. Am POS müssen Terminal, Kassensystem und Übertragung der Zahlungsdaten sicher funktionieren.

Rechtliche Vorschriften für Zahlungsanbieter

Zahlungsanbieter unterliegen je nach Geschäftsmodell strengen rechtlichen Anforderungen. Dazu zählen u.a. die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, Datenschutzvorgaben wie die DSGVO und nationale Aufsichtsregeln.

Wer in Deutschland Zahlungsdienste erbringen will, benötigt die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz.

Wie lässt sich ein Zahlungsanbieter integrieren?

Die Payment-Lösungen eines Zahlungsanbieters sollten sich möglichst einfach in Online-Shop, Kasse oder bestehende Systeme integrieren lassen.

Kanal
Typische Integration
Kanal

Online-Shop

Typische Integration

Shop-Plugin, Zahlungsmodul, Payment Gateway, API

Kanal

POS

Typische Integration

Kartenlesegerät, Terminal, Kassensystem-Anbindung, Tap on Mobile

Kanal

Omnichannel

Typische Integration

gemeinsame Zahlungsabwicklung, Reporting und Prozesse über mehrere Kanäle

Die Integration der Payment-Lösungen in einen Online-Shop kann durch vorgefertigte Schnittstellen oder Plugins erfolgen, die von vielen Shopsystemen bereitgestellt werden, was den Aufwand für die technische Umsetzung verringert.

PAYONE stellt für E-Commerce-Integrationen eine moderne REST API bereit: Die API ist plattformunabhängig nutzbar, SDKs erleichtern die Integration in native mobile Clients oder E-Commerce-Server.

Zahlungslösungen für Online-Shops

  • Mit oder ohne eigenen Online-Shop

  • Inkl. professionellen Payment-Plugin

FAQ: Was sollten Händler vor der Entscheidung wissen?

Was macht ein Zahlungsanbieter?

Ein Zahlungsanbieter ermöglicht die technische und vertragliche Abwicklung verschiedener Zahlungsmethoden. Die Abwicklung kann im Online-Shop, am POS oder kanalübergreifend erfolgen.

Welcher Zahlungsanbieter ist der beste?

Die Wahl des Zahlungsanbieters hängt von Zielgruppe, Geschäftsmodell, Umsatzvolumen, Zahlungsarten, Sicherheitsanforderungen und Integration ab.

Welche Zahlungsmethoden sollte ein Online-Shop anbieten?

In Deutschland sind PayPal, Kauf auf Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte, internationale Debitkarten und Digital Wallets relevant.

Was kostet ein Zahlungsanbieter?

Die Kosten bestehen häufig aus Einrichtungsgebühr, monatlicher Grundgebühr, Transaktionsgebühr, Disagio und möglichen Zusatzkosten.