Unser PAYONE-Experte erklärt: „Eine belastbare Kostenrechnung beginnt mit drei Fragen: Wie hoch ist der Kartenumsatz? Wie viele Transaktionen gibt es? Welche Kartenarten werden überwiegend genutzt? Die Antworten zeigen, welches Vertragsmodell passt.“
Kartenzahlung Kosten Welche Gebühren fallen für Händler wirklich an?
Kartenzahlungskosten setzen sich aus Fixkosten, variablen Gebühren pro Zahlung und prozentualen Kosten auf den Kartenumsatz zusammen. Wie hoch sie im Einzelfall ausfallen, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die genutzte Kartenart, das monatliche Umsatzvolumen, die Anzahl der Transaktionen, die durchschnittliche Bonhöhe sowie die Frage, ob Zahlungen am Terminal oder online abgewickelt werden. Auch das gewählte Vertragsmodell spielt eine wichtige Rolle.
Kurz gesagt: Es gibt keine pauschale Kartenzahlungsgebühr, die für alle Händler gilt.
Kartenzahlung Kosten: Was zahlen Händler im Durchschnitt?
Die Deutsche Bundesbank hat in der aktuellen Studie Kosten von Zahlungsmitteln im Einzelhandel die durchschnittlichen Gesamtkosten je Zahlungsmittel berechnet:
Girocard (EC-Karte)
0,60 €
0,8 %
Visa / MasterCard Debit
0,69 €
2,1 %
Kreditkarten
1,00 €
2,4 %
Die Kosten für Zahlungen mit Bargeld belaufen sich auf 0,43 € pro Transaktion, in Relation zum Umsatz hingegen liegen sie bei 2,3 %.
Diese Werte zeigen die Gesamtkosten aus Sicht des Einzelhandels, also nicht nur reine Anbietergebühren, sondern unter anderem auch Zeitaufwand, Gerätekosten und Dienstleistungsgebühren.
Girocard (früher EC-Karte) vs. Kreditkarte und Debitkarte
Die Studie der Bundesbank zeigt zudem, dass die durchschnittlichen Transaktions- und Dienstleistungsgebühren bei Girocard (früher EC-Karte) mit 0,18 € je Transaktion bzw. 0,2 % des Umsatzes am niedrigsten sind. Gebühren bei Debitkarten liegen durchschnittlich bei 0,28 bzw. 0,8%.
Die Transaktionsgebühren der Kreditkarten fallen demnach mit 0,48 € je Transaktion bzw. 1,1% des Umsatzes rund dreimal so hoch aus wie bei der Girocard.
Dass die Gebühren für Kreditkartenzahlungen höher sind, liegt laut Handelsblatt am höheren Risiko für die Händlerbank, zusätzlichen Sicherheitsprüfungen und höheren Gebühren der internationalen Kartennetzwerke.
Aus welchen Gebühren setzen sich Kartenzahlungskosten zusammen?
Händler sollten laut IHK Pfalz zwischen drei Kostenarten unterscheiden: Kosten pro Zahlung, monatliche Fixkosten und einmalige Kosten.
Variable Kosten
pro Zahlung
Transaktionsgebühr, Disagio
Monatliche Kosten
regelmäßig
Terminal, Service, Software, Vertrag
Einmalige Kosten
zu Beginn
Einrichtung, Konfiguration, Integration
Zusatzkosten
je nach Nutzung
Rückbuchungen, Zusatzservices, Support
Die IHK nennt bei klassischen Terminalmodellen neben den Transaktionsgebühren außerdem typische monatliche Kostenblöcke wie Terminalmiete und Servicegebühren sowie variable Transaktionskosten pro Zahlvorgang.
Welche Kostenbestandteile gibt es?
Kartenzahlungskosten setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Das kleine PAYONE-Lexikon der wichtigsten Gebührenarten:
Transaktionsgebühren
Gebühren, die pro durchgeführte Transaktion erhoben und entweder als fester Betrag oder Prozentsatz des Transaktionsvolumens festgelegt sind, werden als Transaktionsgebühren bezeichnet.
Disagio
Ist per Definition ein prozentualer Abschlag vom Zahlungsbetrag, der bei Kreditkartenzahlungen fällig wird. In der Praxis wird so meist der Gesamtprozentsatz der Kartenzahlungsgebühr benannt, der Interchange Fee, Scheme Fee und die Acquirer-Gebühren zusammenfasst. Je nach Kartenart, Anbieter und Vertrag kann diese Zahlungsgebühr deutlich variieren; bei PAYONE Classic wird zum Beispiel zwischen Kreditkarten-, Debitkarten-, und girocard-Gebühren unterschieden.
Aufteilung des Disagios:
Interchange Fee
Die Interchange Fee ist die Gebühr, die die Bank des Kartenausgebers (Issuing-Bank) für die Abwicklung der Kartenzahlung verlangt. Sie ist ein zentral regulierter Gebührenbestandteil, der meist den größten Teil der Kartenzahlungsgebühren ausmacht. In der EU ist sie nach Verordnung (EU) 2015/751 bei Verbraucher-Debitkarten auf 0,2 % und bei -Kreditkarten auf 0,3 % des Transaktionswerts gedeckelt.
Scheme Fee
Nicht regulierte Gebühr, die von Kartenorganisationen für die Nutzung ihrer Zahlungsinfrastruktur erhoben wird. Sie kann je nach Kartenorganisation, Kartentyp, Region und Transaktionsart unterschiedlich ausfallen.
Acquirer-Gebühren
Gebühren, die Händler für die Verarbeitung von Kartenzahlungen an ihre Partnerbank (Acquirer) zahlen. Sie decken typischerweise Annahme, Verarbeitung und Abrechnung der Kartenzahlung ab und hängen stark vom jeweiligen Akzeptanzvertrag ab.
Zusatzkosten
Fixkosten wie eine monatliche Grundgebühr, die zum Beispiel die Miete eines Kartenterminals beinhaltet. Die Anschaffungskosten für Kartenlesegeräte liegen meist zwischen 40 und 400 Euro, während Mietgeräte ab etwa 12,90 Euro im Monat verfügbar sind. In bestimmten Tarifen wie der All Time Flex sind die Kosten für das Terminal bereits in den Kartenzahlungsgebühren enthalten.
Wie lassen sich monatliche Kartenzahlungskosten berechnen?
Aus den typischen Kostenbestandteilen – Fixkosten, Disagio und fixer Transaktionsgebühr – lässt sich für viele Tarife laut unseren PAYONE-Experten folgende vereinfachte Formel ableiten:
Gesamtkosten pro Monat = Fixkosten + (Umsatz × Disagio %) + (Anzahl Transaktionen × Fixgebühr)
Diese Formel zeigt, warum der Durchschnittsbon so wichtig ist. Zwei Händler können denselben Kartenumsatz erzielen, aber völlig unterschiedliche Kosten haben.
Beispiel:
Händler A erzielt 2.000 Euro Kartenumsatz mit 40 Zahlungen à 50 Euro.
Händler B erzielt 2.000 Euro Kartenumsatz mit 400 Zahlungen à 5 Euro.
Wenn pro Zahlung eine Fixgebühr anfällt, muss Händler B wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Besonders Händler mit vielen kleinen Bons sollten deshalb prüfen, ob ein Flatrate-Modell, ein flexibler Tarif oder ein transaktionsbasiertes Modell besser passt.
Welcher PAYONE-Tarif passt zu welchem Unternehmen?
Das passende PAYONE-Preismodell hängt nicht allein von der Unternehmensgröße ab. Unser PAYONE-Experte sagt: „Entscheidender sind monatlicher Kartenumsatz, durchschnittlicher Bon, Transaktionsanzahl, Kartenmix und die Frage, wie planbar die bargeldlosen Umsätze sind.“
Finden Sie den günstigsten Tarif mit dem Tarifrechner
Errechnen Sie schnell und einfach Ihre monatlichen Kosten.
Für Händler mit wenigen bargeldlosen Zahlungen
All Time Flex
Ideal bei wenigen Zahlungen oder Saisonbetrieb
Flex-Tarif ohne mtl. Grundkosten
Inklusive Terminal
Bei All Time Flex gibt es keine monatliche Grundgebühr. Die Transaktionsgebühren sind etwas höher als bei anderen PAYONE-Tarifen, dafür zahlen Händler nur bei Nutzung.
Tap on Mobile
Ideal bei wenigen Zahlungen von unterwegs
Flex-Tarif ohne mtl. Grundkosten
Mit dem Smartphone kassieren
Auch bei Tap on Mobile entfällt die monatliche Grundgebühr. In diesem Tarif wird das Smartphone via App zum Kartenterminal.
Für Händler mit vielen Transaktionen und / oder geringer Bonhöhe
All Card Flat
Ideal bei vielen Zahlungen mit niedrigem Warenkorb
Flatrate-Tarif zum mtl. Festpreis
Inklusive Terminal
All Card Flat ist ein PAYONE-Tarif, bei dem bis zu einem zuvor festgelegten bargeldlosen Umsatzvolumen keine Transaktionsgebühren anfallen. Innerhalb des vereinbarten Volumens sind Kartenzahlungen pauschal abgedeckt.
Für Händler mit sehr vielen Transaktionen und variabler Bonhöhe
PAYONE Classic
Ideal bei vielen Zahlungen mit höherem Warenkorb
Individuelles Zahlungspaket
Inklusive Terminal
Bei PAYONE Classic fallen Gebühren je Zahlungstransaktion an. Der Tarifrechner zeigt, ob Classic oder eine Flatrate im Einzelfall besser passt.
Welche Kosten fallen bei Online-Zahlungen an?
Im E-Commerce stehen statt Terminalkosten vor allem technische Zahlungsinfrastruktur und Transaktionsabwicklung im Fokus:
Payment-Plugin
Zahlungsschnittstelle
Checkout
Transaktionsabwicklung
Auch online gilt: Nicht die niedrigste Einzelgebühr entscheidet, sondern die Gesamtkosten im Verhältnis zu Umsatz, Bestellvolumen und Zahlungsarten.
PAYONE-Lösungen im E-Commerce
Für Onlineshop-Neueinsteiger empfiehlt sich das PAYONE-Paket E-Com Starter als Payment-Plugin ohne monatliche Grundkosten; Kosten fallen nur an, wenn Produkte verkauft werden
Für Shops mit regelmäßigem Verkaufsvolumen ist E-Com Pro auf häufige Zahlungen und niedrigere Transaktionskosten ausgelegt.
Der Baukasten für Online-Spezialisten heißt E-Com Individual und bietet uneingeschränkten Zugriff auf alle bei PAYONE verfügbaren Zahlungsarten und Zusatzservices
Wie können Händler Kartenzahlungskosten senken?
„Händler können nicht jeden Gebührenbestandteil direkt beeinflussen. Optimierbar sind vor allem Tarifmodell, Terminal-Setup, Kartenmix, Zusatzservices, Vertragslaufzeit und die Frage, ob ein pauschales oder transaktionsbasiertes Modell besser zum eigenen Zahlungsverhalten passt“, so unser PAYONE-Experte.
Wer trägt die Kosten der Kartenzahlung – Händler oder Kunden?
Die direkten Kartenzahlungskosten trägt der Händler über seinen Zahlungsdienstleistungsvertrag.
Gebühren als Zusatzentgelt an Kunden weiterzugeben ist nicht erlaubt: § 270a BGB regelt, dass Vereinbarungen über Entgelte für SEPA-Überweisung, SEPA-Lastschrift oder Zahlungskarten in den geregelten Fällen unwirksam sind. Seit dem 13. Januar 2018 gilt im Rahmen von PSD2 zudem ein Surcharging-Verbot für viele Verbraucherzahlungen mit Debit- und Kreditkarten innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums.
Mindestbeträge für Kartenzahlungen sind gemäß Visa Core Rules and Visa Product and Service Rules und Mastercard Rules nicht zulässig.
FAQ: Welche Fragen zu Kartenzahlungskosten sind vor der Entscheidung wichtig?
Was kostet Kartenzahlung bei kleinen Beträgen?
Bei kleinen Bons wirken Fixgebühren pro Zahlung besonders stark. Händler mit vielen kleinen Beträgen sollten daher gezielt Flatrate- und transaktionsbasierte Modelle vergleichen.
Kostet kontaktloses Bezahlen extra?
Kontaktloses Bezahlen ist meist keine eigene Kostenkategorie. Entscheidend ist, welche Karte oder Zahlungsart hinter der kontaktlosen Zahlung steht.
Lohnt sich Kartenzahlung trotz Gebühren?
Ja, wenn das Preismodell zum Unternehmen passt. Kartenzahlung kann Kaufabbrüche reduzieren, Kundenerwartungen erfüllen und Bargeldprozesse vereinfachen. Entscheidend ist, Kosten nicht isoliert zu betrachten, sondern im Verhältnis zu Umsatz, Kundenzufriedenheit und Prozessaufwand.