E-Commerce
13.08.2026
Lesezeit 5 min.

Kauf auf Rechnung anbieten Kunden überzeugen und Zahlungen absichern

Unternehmen, die den Kauf auf Rechnung anbieten, schaffen Vertrauen und erleichtern vor allem Neukunden die Entscheidung für einen Online-Einkauf. Die Ware kommt zuerst, der Rechnungsbetrag wird später fällig. Für Online-Händler ist die Umsetzung entscheidend: Beim offenen Rechnungskauf bleiben Bonitätsprüfung, Zahlungsausfälle und Mahnwesen im eigenen Haus. Ein gesicherter Rechnungskauf verbindet den beliebten Komfort mit einer Zahlungsgarantie und planbaren Abläufen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Kauf auf Rechnung erreichte 2025 laut EHI einen Anteil von 26,1 Prozent am E-Commerce-Umsatz und lag damit auf Platz zwei hinter PayPal.

  • Beim Rechnungskauf wird der gesamte Kaufbetrag zu einem vereinbarten Termin nach dem Versand fällig. Eine Ratenzahlung verteilt ihn dagegen auf mehrere Termine.

  • Wer die Zahlungsart selbst abwickelt, trägt das Ausfallrisiko und muss sich um Prüfung, Buchhaltung, Zahlungserinnerungen und Mahnwesen kümmern.

  • Beim gesicherten Rechnungskauf von PAYONE laufen Identitäts- und Bonitätsprüfung in Echtzeit. Nach erfolgreicher Autorisierung können Shops die Ware mit garantierter Zahlung versenden.

  • Es ist wichtig, dass Händler Zahlungsziel, Bankverbindung, Zahlungsreferenz und mögliche Voraussetzungen wie eine Bonitätsprüfung klar kommunizieren.

Warum sollten Online-Händler den Kauf auf Rechnung anbieten?

Der Rechnungskauf gibt den Kundinnen und Kunden einen Vertrauensvorschuss, da im Checkout keine Kreditkarten- oder Bankdaten eingegeben werden müssen. Nach der Lieferung haben potenzielle Käufer die Möglichkeit, zuerst die Produkte zu prüfen und erst danach zu zahlen. Beim Online-Shopping spielt das besonders bei Mode, Möbeln oder Haushaltsgeräten eine Rolle, wenn Größe, Qualität oder Funktion erst zu Hause vollständig beurteilt werden können.

Die Bedeutung des Rechnungskaufs für den Online-Handel zeigt das EHI Retail Institute: 26,1 Prozent des untersuchten Netto-Online-Umsatzes entfielen 2025 auf den Kauf auf Rechnung. Ein passender Mix der Zahlungsmethoden kann zugleich Kaufabbrüche verringern. ibi research zeigt, dass Kunden einen Shop unter Umständen verlassen, wenn ein bevorzugtes Zahlungsverfahren fehlt.

Kauf auf Rechnung anbieten: Welche Vorteile und Risiken gibt es für den Online-Handel?

Für Kunden verbindet die Zahlungsmethode Sicherheit mit Flexibilität. Zwischen Bestellung und Zahlung bleibt Zeit, um die Ware anzusehen oder eine Retoure anzustoßen. Der Online-Shop gewinnt damit eine vertraute Zahlungsoption, senkt die Hürde für Erstbestellungen und erweitert die Auswahl neben Zahlungsmitteln wie Kreditkarte, Lastschrift, PayPal oder Vorkasse.

Auf Händlerseite beginnt die Arbeit nach dem Kauf: Das Backoffice verbucht offene Rechnungen, ordnet Zahlungseingänge zu, verrechnet Retouren und mahnt überfällige Beträge an. Die Nachteile: Verzögerte Zahlungen binden Liquidität, Ausfälle belasten die Marge.

Die ibi-Studie zu den Gesamtkosten von Zahlungsverfahren kommt zu einem wichtigen Ergebnis: Der Rechnungskauf verursacht zwar niedrige direkte Kosten, kann durch Zahlungsstörungen, manuelle Prozesse und Mahnverfahren jedoch hohe indirekte Kosten erzeugen.

Rechnungskauf im E-Commerce selbst abwickeln oder absichern?

Die passende Lösung hängt von Bestellvolumen, Warenkorb, Zielgruppe und den vorhandenen Abläufen ab:

Offener Rechnungskauf
Gesicherter Rechnungskauf
Offener Rechnungskauf

Der Händler stellt die Rechnung und erhält die Zahlung direkt.

Gesicherter Rechnungskauf

Ein Zahlungsdienstleister übernimmt die technische Abwicklung und sichert die Forderung nach erfolgreicher Prüfung ab.

Offener Rechnungskauf

Bonitätsprüfung, Zahlungsausfall, Mahnwesen und Inkasso bleiben beim Unternehmen.

Gesicherter Rechnungskauf

Risikoprüfung und Zahlungsgarantie sind Teil der Lösung; der Dienstleister kann weitere Abläufe übernehmen.

Offener Rechnungskauf

Absicherungsgebühren entfallen, der interne Aufwand kann jedoch stark steigen.

Gesicherter Rechnungskauf

Für die Absicherung entstehen Gebühren, dafür werden Risiko und Verwaltungsaufwand planbarer.

Offener Rechnungskauf

Das Modell passt zu einer gut bekannten Stammkundschaft und einem leistungsfähigen Forderungsmanagement.

Gesicherter Rechnungskauf

Das Modell eignet sich für wachsende B2C-Shops, neue Kundengruppen und höhere Bestellzahlen.

Kauf auf Rechnung beim Online Shopping: Welche Voraussetzungen braucht es?

Ein stabiler Rechnungskauf für Online-Käufe verbindet Technik, Risikosteuerung und klare Informationen:

Technik: Shop-System, Payment-Plugin oder API müssen Autorisierung, Versandmeldung, Stornierung, Teilretoure und Erstattung sauber übertragen.

Risikoregeln: Das System prüft Identität, Adresse und Bonität vor der Freigabe. Warenkorbgrenzen und alternative Zahlarten verhindern, dass eine Ablehnung den gesamten Kauf stoppt.

Rechnung und Zahlungsdaten: Eine korrekte Rechnung enthält die gesetzlichen Pflichtangaben. Zahlungsziel, Bankverbindung und eindeutige Referenz erleichtern die Zuordnung. Einen Überblick bietet die IHK Berlin.

Transparenz: Knüpft der Shop den Rechnungskauf an eine erfolgreiche Bonitätsprüfung, muss er diese Bedingung frühzeitig und gut sichtbar nennen. Darauf weist ein ECC-Rechtstipp zu den Entscheidungen von EuGH und BGH ausdrücklich hin.

Prozesse: Buchhaltung, Kundenservice und Logistik brauchen einen gemeinsamen Ablauf für Zahlungseingänge, Rücksendungen, Gutschriften und Mahnungen.

Das Unternehmen legt das Zahlungsziel vertraglich fest. Fehlt eine Vereinbarung, kann die Zahlung nach § 271 BGB grundsätzlich sofort verlangt werden. Deshalb gehört ein eindeutiges Fälligkeitsdatum in die Zahlungsinformationen.

Wie unterstützt PAYONE beim gesicherten Rechnungskauf?

Mit dem gesicherten Rechnungskauf von PAYONE lassen sich Kundenkomfort mit verlässlichen Abläufen für den Online-Shop verbinden. Die Lösung ist für B2C-Geschäfte in Deutschland und Österreich verfügbar und lässt sich über gängige Shop-Systeme oder Schnittstellen integrieren.

Nach der Auswahl im Checkout prüft das System Identität und Bonität in Echtzeit und gibt die Bestellung bei einem positiven Ergebnis frei. Der Händler kann die Ware anschließend mit garantierter Zahlung versenden.

Kunden erhalten separate Zahlungsinformationen und haben beim PAYONE-Rechnungskauf 14 Kalendertage ab der Versandmitteilung Zeit, um den Betrag unter Angabe der richtigen Referenz zu überweisen. Ein vierstufiges Mahnverfahren ergänzt den Ablauf. Für erfolgreich autorisierte Bestellungen bietet die Lösung eine 100-prozentige Zahlungsabsicherung.

Die Retouren bleiben eng mit dem Shop verbunden: Der Händler verarbeitet die Rücksendung und meldet den Vorgang über die technische Schnittstelle. So lässt sich der offene Betrag anpassen oder eine Erstattung auslösen.

Online-Einkauf: Welche Kosten entstehen beim Kauf auf Rechnung?

Beim offenen Rechnungskauf wirken die direkten Kosten zunächst niedrig. Die eigentliche Belastung entsteht häufig im Hintergrund: Bonitätsprüfungen, verzögerte Zahlungseingänge, manuelle Zuordnung, Retouren, Zahlungserinnerungen, Mahnverfahren, Inkasso sowie vollständige oder teilweise Ausfälle kosten Zeit und Liquidität.

Wie groß dieser Effekt sein kann, zeigt die Studie "Gesamtkosten von Zahlungsverfahren 2025" von ibi research. Im berechneten Basisfall erreicht der offene Rechnungskauf Gesamtkosten von 6,23 Prozent des Warenkorbs – der höchste Wert unter den untersuchten Online-Zahlverfahren. Der abgesicherte Rechnungskauf folgt mit 5,85 Prozent.

Auch Retourenquote, Ausfallrisiko und interne Abläufe beeinflussen die Kosten

In die Modellrechnung fließen neben direkten Gebühren auch Risikoprüfungen, verzögerte Zahlungseingänge, Zahlungsstörungen sowie Mahn- und Inkassoprozesse ein. Die Werte dienen als Orientierung: Warenkorb, Retourenquote, Ausfallrisiko und interne Abläufe verändern die tatsächlichen Kosten jedes Shops. Eine ausführliche Zusammenfassung bietet die IHK Osnabrück.

Ein belastbarer Kostenvergleich stellt deshalb die eigenen Prozess- und Ausfallkosten den Gebühren für die Absicherung gegenüber.

Der gesicherte Rechnungskauf gibt es bei PAYONE im Tarif E‑Com Pro ab 0,49 Euro pro Zahlung plus 2,49 Prozent des Transaktionsbetrags (Stand: Juli 2026). Einrichtungs- und Grundgebühr des gewählten Pakets bleiben unverändert. Für andere E-Com-Pakete gelten die Konditionen des konkreten Angebots.

Zahlungslösungen für Online-Shops

  • Mit oder ohne eigenen Online-Shop

  • Inkl. professionellen Payment-Plugin

Kauf auf Rechnung anbieten: Wie können Shops diese Option praktisch einführen?

Fünf Schritte bringen die neue Zahlungsoption kontrolliert in den Checkout:

  1. Bedarf prüfen: Zielgruppe, Länder, Warenkörbe, Retouren und Ausfallrisiken auswerten.

  2. Modell wählen: Offenen oder gesicherten Rechnungskauf anhand von Aufwand, Risiko und Kosten vergleichen.

  3. Technik anbinden: Plugin oder API einrichten, Zahlungsinformationen automatisch per E-Mail versenden und die Buchhaltung anbinden.

  4. Abläufe testen: Autorisierung, Versand, Teilretoure, Stornierung, verspätete Zahlung und Erstattung durchspielen.

  5. Ergebnisse beobachten: Nutzung, Kaufabbrüche, Zahlungsausfälle, Bearbeitungszeit und Kosten regelmäßig prüfen. 

Checkliste: Ist der Online-Shop bereit für den Rechnungskauf?

  • Zielgruppe und Warenkorb passen zur Zahlungsart.

  • Bonitätsprüfung und alternative Zahlungsoptionen sind eingerichtet.

  • Bedingungen und Zahlungsziel erscheinen klar im Shop.

  • Rechnungen und Zahlungsinformationen enthalten alle nötigen Angaben.

  • Versand, Retouren und Gutschriften laufen über getestete Schnittstellen.

Ausfallrisiko, Mahnwesen und Gesamtkosten sind geklärt.

Der Kauf auf Rechnung gibt Kunden die Freiheit, erst zu prüfen und dann zu bezahlen. Mit der richtigen Absicherung bleibt dieser Komfort auch hinter den Kulissen entspannt. PAYONE verbindet dafür Echtzeitprüfung, Zahlungsgarantie und technische Integration zu einer Lösung, die zusammen mit dem Online-Shop wachsen kann.

Mit PAYONE: Payment neu aufstellen

  • Mit oder ohne eigenen Online-Shop

  • Inkl. professionellen Payment-Plugin