Kartenlesegeräte
06.10.2026
Lesezeit 6 min.

Kartenzahlungskosten in Österreich Gesamtkosten richtig kalkulieren

Die Kosten für Kartenzahlung in Österreich bestehen je nach Vertrag aus Geräte- und Servicekosten sowie Gebühren pro Zahlung. Entscheidend sind Kartenart, Kartenumsatz und Transaktionszahl. Für die eigene Rechnung zählt deshalb mehr als ein günstiger Prozentsatz: Die Lösung soll zur Marge passen und dem Team das Kassieren erleichtern.

Das Wichtigste auf einem Blick

  • Die Gesamtrechnung entscheidet: Einrichtung, monatliche Fixkosten und variable Gebühren müssen gemeinsam betrachtet werden.

  • Kleine Rechnungen brauchen besondere Aufmerksamkeit: Ein fixer Betrag pro Transaktion fällt bei einem Kaffee stärker ins Gewicht als bei einer Hotelrechnung.

  • Bargeld bleibt relevant: Laut OeNB-Zahlungsmittelumfrage wurden 2025 in Österreich 55 Prozent der Transaktionen im stationären Handel bar abgewickelt. Gefragt ist ein passender Zahlungsmix.

  • Gebührendeckel nicht verwechseln: Die gesetzlichen Obergrenzen für Interchange-Gebühren begrenzen nur einen Kostenbestandteil, nicht die gesamte Händlergebühr.

Welche Gebühren fallen bei Kartenzahlung in Österreich an?

Am Abend soll die Kassa am Point of Sale (POS) stimmen, ohne dass jede Kartenabrechnung neue Fragen aufwirft. Wer verschiedene Bezahlsysteme vergleicht, sollte das Angebot deshalb in einzelne Kostenblöcke zerlegen. Ein günstiges Kartenterminal sagt schließlich noch wenig über die tatsächlichen Kartenzahlungskosten im laufenden Betrieb aus.

Kostenblock
Was je nach Vertrag dazugehört
Worauf es ankommt

Einmalige Kosten

Was je nach Vertrag dazugehört

Gerätekauf, Einrichtung, Anbindung an die Kassensoftware

Worauf es ankommt

Was ist beim Start bereits enthalten?

Fixkosten

Was je nach Vertrag dazugehört

Terminalmiete, Grundgebühr, Service

Worauf es ankommt

Welche Kosten entstehen auch in ruhigen Monaten?

Variable Kosten

Was je nach Vertrag dazugehört

Prozentuales Händlerentgelt, auch Disagio genannt, und gegebenenfalls eine fixe Transaktionsgebühr

Worauf es ankommt

Welche Kartenarten und Zahlbeträge bestimmen die Rechnung?

Zusatzleistungen

Was je nach Vertrag dazugehört

Weitere Geräte, Funktionen oder Serviceleistungen

Worauf es ankommt

Was braucht der Betrieb tatsächlich?

Dass unterschiedliche Modelle möglich sind, zeigen die österreichischen Angebote von PAYONE für Bankomat-Kassen. Die Auswahl reicht vom monatlichen Grundpreis mit Gebühren je Zahlung bis zum Paket für ein vereinbartes Kartenumsatzvolumen.

Kann Kartenzahlung höhere Umsätze unterstützen?

Den Gebühren steht auch eine mögliche Umsatzchance gegenüber: Eine 2024 veröffentlichte Studie im Journal of Retailing wertete 71 Forschungsarbeiten aus. Im Durchschnitt gaben Menschen beim bargeldlosen Bezahlen etwas mehr aus als bei Barzahlung. Dies könnte bedeuten, dass Kartenzahlung höhere Umsätze und Spontankäufe fördert.

Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt jedoch von der Kaufsituation ab. Ein festes Umsatzplus lässt sich daraus für den einzelnen Betrieb nicht ableiten.

Interchange Fee und Scheme Fee: Was steckt in den variablen Kosten?

Hinter einer Kartenzahlung arbeiten mehrere Beteiligte zusammen. Bei einem Vier-Parteien-System sind das die zahlende Person, ihre kartenausgebende Bank, das Unternehmen und dessen Acquirer, der die Kartenakzeptanz abwickelt.

Bei diesem Vorgang gelangen der Zahlbetrag und die erforderlichen Kartendaten über den Acquirer und das Kartennetzwerk zur kartenausgebenden Bank. Sie prüft die Zahlungsanfrage und gibt sie frei oder lehnt sie ab.

Die Wirtschaftskammer Österreich unterscheidet drei Gebührenbestandteile:

  1. Interchange Fee: das Interbankenentgelt zugunsten der kartenausgebenden Bank.

  2. Scheme Fee: das Entgelt für die Nutzung des Kartensystems, etwa von Mastercard oder Visa.

  3. Acquirer-Gebühr: das Entgelt für die Annahme und Abwicklung der Kartenzahlung.

Wichtig für die Kalkulation: Diese Bestandteile können bereits im vereinbarten Händlerentgelt enthalten sein. Sie dürfen dann nicht nochmals zur ausgewiesenen Gebühr addiert werden.

Wichtig für die Kalkulation: Diese Bestandteile können bereits im vereinbarten Händlerentgelt enthalten sein. Sie dürfen dann nicht nochmals zur ausgewiesenen Gebühr addiert werden.

Wie groß die Rolle internationaler Kartensysteme ist, zeigen EZB-Angaben vom November 2025: Auf internationale Kartensysteme wie Visa und Mastercard entfielen rund zwei Drittel der kartengestützten Transaktionen im Euroraum.

Warum sind Interchange-Gebühren nicht alles?

Für die von der EU-Verordnung 2015/751 erfassten Zahlungen mit Verbraucherkarten gelten seit Dezember 2015 Obergrenzen für das Interbankenentgelt von 0,2 Prozent bei Debitkarten und 0,3 Prozent bei Kreditkarten. Firmenkarten sind von diesen Obergrenzen ausgenommen. Scheme Fees, Acquirer-Entgelte und Terminalkosten kommen als weitere Kostenbestandteile hinzu.

Kartenakzeptanz sorgt für schnelle Bezahlvorgänge und muss nicht teuer sein.

Bankomatkarte oder EC-Karte: Warum zählt die Kartenart?

In Österreich ist die Bankomatkarte eine Debitkarte: Der bezahlte Betrag belastet das Konto nach Einkäufen sofort oder zeitnah. Die Debitkarten der Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa haben die früher verbreiteten Maestro-Karten seit 2019 schrittweise abgelöst und sind heute der Standard der österreichischen Zahlungsmittel.

Bei Kreditkarten folgt die Abrechnung später, häufig einmal im Monat. Für die Zeit zwischen Einkauf und Fälligkeit erhält die zahlende Person damit einen kurzfristigen Kredit.

Die deutsche girocard, früher EC-Karte genannt, ist ein anderes Kartensystem. Deutsche girocard-Tarife lassen sich deshalb nicht einfach auf österreichische Bankomatkarten übertragen. Für den Vergleich zählt die tatsächlich verwendete Kartenart, nicht nur der umgangssprachliche Name.

Wann lohnt sich ein Tarif mit monatlicher Grundgebühr?

Eine Grundgebühr kann sich rechnen, wenn dafür die Kosten je Zahlung sinken. Das Umsatzvolumen allein reicht für diese Entscheidung aber nicht aus. Auch die Anzahl der Zahlungen gehört dazu.

Als Beispiel dienen zwei veröffentlichte Österreich-Tarife für PAYONE TAP ON MOBILE. Die Smartphone-Lösung ist eine Alternative zum klassischen Kartenterminal: Händler nehmen kontaktlose Zahlungen auf einem kompatiblen eigenen Gerät an.

Tarif
Monatliche Grundgebühr
Debitkarten
Kreditkarten

Basic

Monatliche Grundgebühr

0,00 €

Debitkarten

0,89 %

Kreditkarten

1,95 %

Pro

Monatliche Grundgebühr

4,90 €

Debitkarten

0,32 % + 0,11 € pro Transaktion

Kreditkarten

0,92 % + 0,11 € pro Transaktion

Veröffentlichte Konditionen, Stand: 1. Oktober 2026. Die Zahlungsannahme erfolgt auf einem eigenen kompatiblen Smartphone.

Kreditkarten weisen oft höhere Gebühren auf als Debitkarten. Das zeigt, warum der Kartenmix in die Kalkulation gehört. Ob und wie groß dieser Kostenunterschied ausfällt, entscheidet aber das jeweilige Angebot.

Wie verändert die Rechnungsgröße die Kosten?

Vereinfachte Modellrechnung mit ausschließlich Debitkartenzahlungen:

  • 30 Zahlungen à 100 Euro: Bei 3.000 Euro Kartenumsatz ergeben sich monatlich 26,70 Euro im Basic-Tarif und 17,80 Euro im Pro-Tarif.

  • 600 Zahlungen à 5 Euro: Bei demselben Kartenumsatz sind es 26,70 Euro im Basic-Tarif und 80,50 Euro im Pro-Tarif.

Die Berechnung berücksichtigt die genannten Grund- und Zahlungsgebühren, jedoch weder Rundungen einzelner Gebühren noch weitere Kosten.

→ Die Modellrechnung zeigt: Ein Café mit vielen kleinen Rechnungen braucht eine andere Kalkulation als ein Betrieb mit wenigen größeren Zahlungen.

Welche Kosten kommen bei Online-Zahlungen dazu?

Im Webshop läuft die Zahlungsannahme über eine digitale Anbindung statt über ein Terminal an der Kassa. Bei PAYONE Österreich stehen dafür Saferpay-Lösungen mit unterschiedlichen Integrationswegen zur Verfügung.

Im Angebot sollten die Kosten für Einrichtung, laufenden Betrieb, Erstattungen und mögliche Währungsumrechnungen einzeln ausgewiesen sein. Ein günstiger POS-Tarif beantwortet diese Fragen noch nicht.

Dürfen Unternehmen die Kartengebühren weiterverrechnen?

Für die Verwendung einer Debit- oder Kreditkarte dürfen Unternehmen in Österreich keinen gesonderten Aufschlag verlangen. Dieses Surcharging-Verbot ist in § 56 Absatz 3 Zahlungsdienstegesetz 2018 verankert. Ausnahmen für zusätzliche Gebühren können bei Kreditkarten gelten, die unter spezifische Firmenkarten laufen. Die Kosten gehören deshalb in die betriebliche Kalkulation, nicht als zusätzliche Kartengebühr auf die Rechnung.

Händler dürfen in der EU für Kredit- oder Standard-Debitkarten keine Extragebühren verlangen, wenn Interbankenentgelte unter die EU-Regulierung fallen. Österreich fasst das Verbot weiter und beschränkt es nicht auf diese Kartenkategorien.

Auch ein Mindestbetrag ist kein verlässlicher Ausweg: Nach Angaben des Vereins für Konsumenteninformation können die Regeln der Kartensysteme Mindestbeträge untersagen. Maßgeblich sind hier die vertraglichen Vorgaben, nicht ein pauschales gesetzliches Mindestbetragsverbot.

Welche Kosten können trotzdem für die Kundschaft entstehen?

Das Aufschlagsverbot betrifft den zusätzlichen Betrag auf der Händlerrechnung. Davon zu unterscheiden sind Entgelte aus dem Konto- oder Kartenvertrag sowie Kosten für eine Währungsumrechnung:

  • Zahlungen in Euro: Das Bezahlen im Euroraum ist mit österreichischen Debit- und Kreditkarten üblicherweise ohne zusätzliche Einsatzspesen möglich. Je nach Kontomodell können jedoch Buchungsentgelte anfallen. Entscheidend bleiben die Konditionen des eigenen Konto- und Kartenvertrags.

  • Zahlungen in Fremdwährungen: Muss der Betrag in eine andere Währung umgerechnet werden, können Währungsumrechnungsentgelte entstehen. Diese sind von einem Aufschlag des Geschäfts für die Kartenzahlung zu unterscheiden. Bietet ein Geschäft die Umrechnung direkt beim Bezahlen an, muss die Kundschaft vorab über Entgelte und Wechselkurs informiert werden und der Umrechnung zustimmen.

Checkliste: Welches Angebot passt zum Geschäft?

Vor der Entscheidung lohnt sich ein Probelauf mit den eigenen Zahlen und Verkaufssituationen:

  • Kartenmix prüfen: Welche Debit- und Kreditkarten nutzt die Kundschaft? Spielen Firmenkarten oder Gäste aus dem Ausland eine Rolle?

  • Gleiche Grundlagen verwenden: Angebote verschiedener Anbieter mit identischem Umsatz, gleicher Transaktionszahl und Vertragsdauer vergleichen.

  • Den Einsatzort testen: Funktionieren Verbindung und Akku auch im Gastgarten oder am Marktstand? Passt das Terminal zur vorhandenen Software?

  • Folgekosten klären: Service, Miete, Geräteersatz, Zusatzfunktionen, anfallende Umsatzsteuer und Kündigungsbedingungen schriftlich festhalten.

  • Auch Bargeld gehört in die Rechnung: Münzen zählen, Wechselgeld organisieren, Einnahmen zur Bank bringen: Auch das kostet Arbeitszeit. Die Kostenstudie der Deutschen Bundesbank berücksichtigt deshalb neben Gebühren auch Personal- und Transportaufwand. Deren Durchschnittswerte lassen sich allerdings nicht unverändert auf Österreich übertragen.

Welche Geräte und Anschlussmöglichkeiten infrage kommen, erläutert der österreichische Ratgeber zum Kartenterminal.

Mit PAYONE bleibt die Kalkulation nah am Geschäft

Ein voller Gastgarten, Stammkundschaft an der Kassa oder der nächste Markttag: Die Zahlungslösung soll dort helfen, wo verkauft wird. PAYONE bietet in Österreich verschiedene Möglichkeiten, Technik und Kostenmodell zusammenzustellen.

  • Flexibel kassieren: TAP ON MOBILE ermöglicht kontaktlose Zahlungen auf kompatiblen Smartphones, ohne zusätzliches Kartenlesegerät.

  • Mit einem Paket planen: Die All Card Flat verbindet ein Terminal mit einem Tarif für ein vereinbartes monatliches Kartenumsatzvolumen.

  • Die Kassa passend ausstatten: Das Terminal-Portfolio umfasst mobile und stationäre Geräte sowie kassenintegrierte Lösungen.

Die passende Lösung beginnt mit dem eigenen Verkaufsalltag. Wir schauen gemeinsam auf Kartenumsatz, Rechnungsbeträge und die Funktionen, die Händlerinnen und Händler wirklich brauchen. Damit am Ende nicht nur die Gebühren nachvollziehbar sind, sondern auch das Kassieren leichter fällt.

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